Aktuelles

 
18.07.2012

Neue Leistung für unsere Patienten: Die Herzschrittmacher-Implantation

Unsere Praxis bietet seit Jahresbeginn die Implantation von Herzschrittmachern an. So erweitern wir die kompetente Versorgung unserer Patienten in einem wesentlichen Punkt. Wir können auf hochmoderne, spezielle Schrittmachersysteme zurückgreifen, die eine spätere Untersuchung im Kernspintomographen nicht mehr ausschließen. Mit dieser fortschrittlichen Technologie sind wir - neben dem Albertinenen Krankenhaus in Hamburg - Vorreiter in Norddeutschland. Im Klinikum Delmenhorst führen unsere Kardiologen Dr. Patrick Koppitz, der zuvor am Klinikum Links der Weser die Schrittmacherambulanz leitete, und Dr. Erhard König diese Eingriffe für Patienten aller Standorte durch.


Wenn Medikamente bei einem langsamem Puls nicht helfen, kann ein Schrittmacher die damit verbundenen Beschwerden dauerhaft beseitigen. Das Herz ist ein hoch komplexes Organ, das von einem inneren Taktgeber angetrieben wird. Durch eine spezielle Reizleitung fliest die Erregung durch das Herz. Sie bewirkt eine ausgefeilte Koordination der einzelnen Herzkammern, was eine perfekte Pumpenwirkung zur Folge hat. Ist jedoch der Taktgeber oder die Leitung gestört bzw. unterbrochen, kann dies zu leichten bis schwerwiegenden Symptomen führen. Hier hilft ein Herzschrittmacher. Ferner wird ein Schrittmacher auch eingesetzt, wenn eine große Gefahr für Pulsaussetzer besteht. Diese Therapie führt bei vielen Menschen zu einer Verbesserung der Lebensqualität und ist in manchen Fällen sogar lebensverlängernd.


Die heutigen Schrittmacher weisen Funktionen auf, die die physiologischen Anforderungen des Körpers nahezu perfekt nachempfinden. Das 18 Gramm leichte Aggregat wird im Brustbereich unterhalb des Schlüsselbeins implantiert. Die Verbindung mit dem Herzmuskel erfolgt mit einer oder zwei Sonden, die durch Blutgefäße geführt werden. Dieser Eingriff kann in örtlicher Betäubung erfolgen. Er dauert etwa eine Stunde. Der Patient bleibt zwei Tage im Krankenhaus. Der Schrittmacher wird auf den spezifischen Rhythmus des Patienten eingestellt. Die Batterie moderner Geräte hat eine Laufzeit von acht Jahren oder mehr. Dann wird das Aggregat bei einem kurzen Eingriff ausgewechselt. Derzeit existieren über 100 verschiedenen Aggregate, so dass je nach Krankheitsbild unterschiedliche Behandlungsoptionen bestehen.


Bei der Resynchronisationstherapie, einer besonderen Weiterentwicklung der Schrittmachertherapie für Patienten mit Herzschwäche und bestimmten EKG-Kriterien, wird neben den zwei Sonden in die rechten Herzkammern eine dritte Sonde in die Herzvene platziert, die die linke Herzkammer umgibt. Damit wird das Herz speziell elektrisch erregt. Dies führt zu einer Verbesserung der Herzleistung, zur Abnahme von Luftnot und einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität.


Heute ist es möglich Informationen aus dem Schrittmacher über die Telefonleitung an den Arzt zu senden und so die Betreuung wesentlich zu verbessern. Dies ist insbesondere bei Patienten mit mehreren Formen von Herzrhythmusstörungen wichtig.

zurück