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08.10.2012

Neue Behandlungsmethode für schwer einstellbare Bluthochdruckpatienten

Bluthochdruck ist keine Bagatelle. Er ist ein deutlicher Risikofaktor für alle Herz-Kreislauf-Erkrankungen und wird dennoch von vielen Menschen unterschätzt. Die renale Denervation, die das Ärzteteam der Kardiologisch-Angiologischen Praxis am Herzzentrum Bremen seinen Patienten seit einigen Monaten anbietet, ist ein neuartiges Verfahren zur Behandlung von Bluthochdruck, wenn blutdrucksenkende Medikamente kein stabiles Ergebnis herbeiführen.


Dr. Christian Hegeler-Molkewehrum, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, erklärt die Methode so: „Wir durchtrennen bestimmte Nervenfasern der Niere, die für die Entstehung von Bluthochdruck mitverantwortlich sind. Der Eingriff wird über einen speziellen Katheter mit Hilfe von Hochfrequenzstrom-Energie durchgeführt.“ Da den an der Niere befindlichen sympathischen Nervenfasern eine zentrale Bedeutung bei der Entwicklung von Bluthochdruck beigemessen wird, setzt die Behandlung an dieser Stelle an.


Für die betroffenen Patienten bietet ein solcher Eingriff die Gewähr, den Blutdruck deutlich zu senken. „Zu dieser Therapieform kommen wir erst, wenn eine medikamentöse Behandlung nicht anschlägt. Die Patienten haben dann bereits mindestens drei blutdrucksenkende Mittel genommen, ohne die erhoffte Verbesserung zu erreichen“, erklärt Hegeler-Molkewehrum. Untersuchungen haben gezeigt, dass der mittlere Blutdruck mit einer solchen Behandlung von etwa 180/100 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) um durchschnittlich 27 mmHg gesenkt werden kann. Der Mediziner weiter: „Die Nierenfunktion bleibt ohne Einschränkungen erhalten. Bislang lässt sich der  blutdrucksenkende Effekt für mindestens drei Jahre nachweisen.“


Vorab klärt eine Auswertung von Kernspintomographie oder Computertomographie die anatomischen Verhältnisse. Gibt es keine Bedenken, führt der Weg ins Herzkatheterlabor. Hegeler-Molkewehrum: „Über einen Zugang in der Leiste schiebe ich einen speziellen Katheter bis zu den Nierenarterien. Der Katheter gibt an der  Spitze Hochfrequenz-Energie ab. An den zu behandelnden Punkten halte ich den Katheter für etwa zwei Minuten. Die abgegebene Energie führt zu einer Unterbrechung der so genannten sympathischen, autonomen Nervenfasern der Niere.“ Der Eingriff selbst dauert etwa 45 bis 60 Minuten und erfolgt stationär.


Wird ein bestehender Bluthochdruck nicht oder nicht wirksam behandelt, können langfristig wichtige Organe geschädigt werden wie Herz, Nieren oder Blutgefäße. „Bluthochdruck kann die Leistung des Herzens schwächen, zu Nierenfunktionsstörungen bis hin zur Dialysepflicht führen und Schlaganfälle fördern. Deswegen sollten die Werte regelmäßig erfasst und gegebenenfalls ärztlich bewertet werden“, meint Hegeler-Molkewehrum abschließend.

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