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12.06.2014

Herzinfarkt - Wie erkennt man ihn?

Frauen und Männer sind unterschiedlich – nicht nur äußerlich, sondern auch in gesundheitlicher Hinsicht. Speziell beim Thema Herzinfarkt gibt es wichtige Merkmale, die es zu beachten gilt. Die Anzeichen für einen Infarkt sind nicht gleich – daher ist es besonders für Frauen wichtig, auf bestimmte Symptome zu achten.

Herzinfarkte betreffen hauptsächlich Männer – denken Frauen. Die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, halten sie für höher und haben mehr Angst davor, als mit Herzbeschwerden ins Krankenhaus zu kommen oder sogar durch einen Infarkt zu sterben. Dies ist allerdings nur bedingt korrekt. Auch bei ihnen besteht die Gefahr, je nach Gesundheitszustand und Alter, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bekommen. Und leider wird ein Infarkt bei ihnen meist nicht richtig oder rechtzeitig erkannt. Auf die richtigen Anzeichen zu achten, kann somit Leben(szeit) retten.

SYMPTOME ERKENNEN UND RECHTZEITIG HANDELN

Bei Männern tritt bei einem Herzinfarkt Atemnot, kalter Schweiß, Enge- und Panikgefühl zusammen mit starkem Schmerz sowie Druck in der Brust auf. Die Schmerzen dauern meist länger als fünf Minuten und sind auch in den Armen sowie am Hals spürbar. Da diese Anzeichen recht bekannt sind und deshalb schneller gehandelt wird, kommt es bei ihnen heutzutage seltener zum Tod. Eine ungewöhnliche Müdigkeit, Schmerzen im Oberbauch oder im Rücken, Übelkeit und Kurzatmigkeit können dagegen bei Frauen die ersten Anzeichen eines Herzinfarkts sein. Diese werden auch stumme oder atypische Symptome genannt. Insbesondere, wenn die Anzeichen in zuvor noch nicht gekannter Heftigkeit auftreten, ist es wichtig, auch an einen Infarkt zu denken. Eine weitere hilfreiche Möglichkeit stellt die NAN-Regel dar: Sollten im Bereich zwischen Nase, Arm und Nabel unerklärliche Schmerzen auftreten, die länger als 15 Minuten dauern, kann dies ein Vorzeichen für einen Herzinfarkt sein.

Zu den größten Risikofaktoren zählen die Pille und die Wechseljahre. Besonders bei den über 35-jährigen Raucherinnen besteht eine höhere Gefahr von Thrombosen und Herzinfarkten. In der Regel erleiden Frauen ab 50 Jahren, im Durchschnitt also etwa 10 bis 15 Jahre später als Männer, einen Infarkt. Dies hängt mit der Hormonumstellung während der Menopause zusammen. Das weibliche Östrogen nimmt mit dem Alter ab. Die Hormone wirken dann gefäßverengend, was Bluthochdruck und Herzinfarkt hervorrufen kann.

AUFKLÄREN UND VERBESSERN

Die Sterblichkeit von Frauen mit akutem Herzinfarkt ist nach wie vor höher als bei Männern, was mehrere Gründe hat: Die spezifischen Risikofaktoren sind zu wenig bekannt, Frauen erhalten weniger primär- und sekundärpräventive Therapien sowie konsequente vorbeugende Maßnahmen trotz der erwiesenermaßen schlechteren Prognose. Hier kann nur bessere Aufklärung helfen. Zudem können Frauen als auch Männer etwas tun: gesunde Ernährung, Sport, Nikotinverzicht und regelmäßige Untersuchungen beim Herzspezialisten minimieren das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung deutlich.

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