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11.07.2014

Sport im Freien

Endlich werden die Tage wieder wärmer, und die Sonnenstrahlen verleiten dazu, sich möglichst oft nach draußen zu begeben. Einige genießen dabei einfach die Temperaturen auf der Terrasse, andere schnüren ihre Turnschuhe und kämpfen gegen den Winterspeck. Sport trägt erheblich zur Wunschfigur und zum Wohlbefinden bei – und ist auch noch gut für unser Herz. Wer jetzt an Leistungssport und Muskelkater denkt, liegt allerdings falsch. Bereits 30 Minuten Bewegung am Tag können sich positiv auf das Herz auswirken.

Jeder weiß: Sport ist gut für den gesamten Körper. Eine regelmäßige Betätigung sorgt dafür, dass wir mit Glückshormonen versorgt werden, unnötige Fettpolster verschwinden, Gelenke und Muskeln geschmeidig bleiben und ausreichend Sauerstoff ins Blut gelangt. Dies wirkt sich letztlich auch gut auf unser Herz aus. „Gerade deshalb sollten sich Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden bewegen – und sei es nur mit einem kleinen täglichen Spaziergang“, erläutert Dr. Caspar Börner. „Bewegung spielt die zentrale Rolle, wenn es darum geht, die koronare Herzkrankheit zu behandeln.“ Allerdings verspricht nicht jede Sportart die erwünschte Wirkung.

Der richtige Sport fürs Herz

Ist das Ziel der Aktivität die Senkung des Herzinfarktrisikos,sind Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen, Walken und Radfahren am besten geeignet. Allerdings sollte auch bei diesen eine Überlastung vermieden werden. Als ideal gilt die Anstrengung, wenn noch genügend Luft für ein Gespräch nebenbei vorhanden ist. „Für Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit eignen sich besonders Herzsportgruppen, die beispielsweise von Sportvereinen, Volkshochschulen oder Rehabilitationskliniken angeboten werden“, so der Kardiologe. „Besonders bei älteren Patienten mit sogenannter diastolischer Herzinsuffizienz ist regelmäßiger Ausdauersport sehr günstig, da der Herzmuskel hierdurch wieder elastischer wird und sich schneller mit Blut füllen kann.“

Kontinuität als Schlüssel zur Gesundheit

Wichtiger als die sportliche Anerkennung ist eine damit einhergehende Erhöhung der Lebensqualität. Demnach stehen nicht Höchstleistungen, sondern die Regelmäßigkeit im Vordergrund. „Bestenfalls sollte drei bis sieben Mal pro Woche mindestens 30 Minuten Bewegung in den Alltag integriert werden“, rät der Experte. Ausdauersport wie Radfahren oder Joggen eignet sich auch für Anfänger, sollte aber als Aufbauprozess gestaltet werden. Zunächst reichen 15 Minuten flottes Gehen aus, mit der Zeit kann sowohl Dauer als auch Intensivität erhöht werden. Vielbeschäftigten fällt es oft schwer, Zeit für Bewegung zu finden. Dabei können die 30 Minuten Bewegung auch in drei Einheiten à zehn Minuten aufgeteilt werden. Und auch kleine Veränderungen tragen zu einer Verbesserung der Gesundheit bei: „Einfach zwei Haltestellen eher auszusteigen und zu Fuß zu gehen, die Treppe statt den Fahrstuhl zu nehmen oder mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, bringen hier schon kleine Erfolge“, gibt Börner zu bedenken.

Es kann losgehen

Wer älter als 35 ist, und besonders, in wessen Familie Angehörige Herzkrankheiten haben oder bereits aufgrund hohen Blutdrucks oder Diabetes behandelt werden, sollten einen ausführlichen Check-Up beim Arzt machen lassen. Dieser ermittelt nicht nur den aktuellen Gesundheitszustand, sondern stellt anhand eines Belastungs-EKGs die individuelle Leistungsfähigkeit des Körpers fest. Auf dieser Basis kann ein gesundes Training zusammengestellt werden. „Besonders wichtig ist es, sich nicht abschrecken zu lassen. Auch wer erst mit 60 Jahren mit Sport beginnt, hat die besten Chancen, gesund zu altern und sein Lebensgefühl zu verbessern“, versichert Börner.

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