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07.08.2013

Herzmedikamente bei Herzinsuffizienz

 

Wer an einer Herzinsuffizienz leidet, dem stehen unterschiedliche medikamentöse Therapiemaßnahmen offen. Diese können zwar die Krankheit selbst nicht heilen, steigern aber in erheblichem Maße die Lebensqualität. „Werden Patienten richtig behandelt, können sie nahezu ein genauso langes und unbeschwertes Leben führen wie gesunde Menschen“, sagt Dr. Ute Jacubaschke von der Kardiologisch-Angiologischen Praxis am Herzzentrum Bremen.

Vier wichtige Säulen der Therapie:


1. ACE-Hemmer


ACE-Hemmer (beispielsweise Ramipril, Enalapril, Lisinopril) hemmen die Produktion von Angiotensin II und senken so den Blutdruck. Hierdurch wird das Herz entlastet. Wichtigste Nebenwirkung kann ein trockener Husten sein. Tritt dieser auf, sollte der ACE-Hemmer gegen Sartan getauscht werden (beispielsweise Candesartan, Valsartan, Lorsatan). Sartane blockieren die Wirkung von Angiotensin II.


2. Betablocker


Betablocker (beispielsweise Metoprolol, Bisoprolol) senken die Herzfrequenz, indem sie die Wirkung des Stresshormons Adrenalin am Herzen blockieren. Da das Herz langsamer schlägt, spart es Energie. Nebenwirkungen können Müdigkeit, Schuppenflechte, Asthma, Erektionsstörungen und Schlafstörungen sein.


3. Diuretika („Wassertabletten“)


Diuretika (beispielsweise Furosemid, Torasemid, Xipamid) verstärken die Harnmenge und entlasten den Körper von im Gewebe aufgestauter Flüssigkeit (sogenannte Ödeme). Sobald wieder eine normale Flüssigkeitsmenge erreicht ist, kann die Dosis oft reduziert werden. Nebenwirkungen sind der Verlust an Kalium und Natrium, sowie eine Verschlechterung der Nierenleistung, weshalb regelmäßige Blutkontrollen des Kaliums, Natriums und des Kreatinins angeraten sind.


4. Aldosteronhemmer


Medikamente (beispielweise Spironolacton, Epleronon), die das körpereigene Hormon Aldosteron hemmen, bewirken, dass die Niere vermehrt Flüssigkeit ausscheidet. Sie werden nur bei schwerer Herzinsuffizienz gegeben. Wichtigste Nebenwirkung des Spironolacton ist eine Schwellung des Brustdrüsengewebes. Regelmäßige Blutkontrollen des Kaliums sind unbedingt erforderlich.

 

Bildunterschrift: Frau Dr. Ute Jacubaschke erklärt die Wirkung von Herzmedikamenten.

 

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