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12.09.2014

Wer oft wütend ist, riskiert einen Infarkt

Wut abzulassen, tut gut und ist manchmal auch nötig. Doch was ist dran am Ausspruch „Wenn du dich weiter so aufregst, bekommst du noch einen Herzinfarkt!“? Mehrere Studien zeigen, dass Menschen mit Vorerkrankungen am Herzen durchaus vorsichtig sein sollten: Stress und häufiger Ärger belasten Herzpatienten wesentlich mehr als herzgesunde Frauen und Männer.

Das Risiko für einen Herzinfarkt in den ersten zwei Stunden nach einen Wutanfall ist um das Fünffache höher, gemessen an den Zeiten, während dieselbe Person ausgeglichen und ruhig ist – so das Ergebnis einer aktuellen Studie aus Boston (erschienen im European Heart Journal). Die Arbeitsgruppe hatte den Zusammenhang zwischen Zornausbrüchen und Herzinfarkt oder Schlaganfall untersucht.

„Ein Wutausbruch bringt den Körper in Wallung, das Nervensystem steht unter Hochspannung, sodass die Herzfrequenz und der Blutdruck in die Höhe schießen“, erläutert Dr. Christian Hegeler-Molkewehrum. Das sei besonders für diejenigen gefährlich, die bereits einen Infarkt oder Schlaganfall hatten oder an Diabetes erkrankt sind: Von 10.000 Personen, die fünf Wutanfälle pro Tag haben, erleiden 158 einen Infarkt, so die Studie. „Treiben Stresshormone den Blutdruck nach oben, können bereits erkrankte Blutgefäße einreißen, sodass ein Blutgerinnsel entsteht und es dadurch zum Gefäßverschluss kommen kann“, erklärt der Kardiologe.

Was können Risikopatienten also tun? Es gilt, den Alltagsstress auf gesunde Art und Weise zu verarbeiten – sei es durch Sport, das regelmäßige Einbauen von Ruhephasen, Autogenes Training, Selbsthypnose oder Muskelentspannung. „Alles, was uns guttut, was uns positiv beeinflusst, ist auch gut fürs Herz“, so der Facharzt. Auch eine italienische Studie von 2011 rät dazu, negativen Emotionen wie Feindseligkeit, Wut, Depression, Angst und sozialer Isolation entgegenzuwirken und sich stattdessen positive Gefühle wie Mitgefühl, Liebe und Freude ins Gedächtnis zu rufen.

Natürlich ist es ebenso wenig gesund, seinen Ärger runterzuschlucken. Kocht die Wut hoch, gibt es aber einige Hilfsmittel, um die Gefühle nicht außer Kontrolle geraten zu lassen: Innerlich bis zehn zählen, den Raum verlassen und einmal tief Luft holen, sind nur einige davon. „Wer sich eine kleine Pause gönnt, um sich zu sammeln und den Ärger erst einmal zu verarbeiten, tut nicht nur seinem Herzen einen Gefallen, sondern auch seinem Gegenüber“, empfiehlt Hegeler-Molkewehrum.

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