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10.10.2014

ABI-Messung: Gefäßveränderungen früher erkennen

Bei Verdacht auf eine periphere arterielle Verschlusskrankheit, kurz pAVK, ist die ABI-Messung das Untersuchungsverfahren, das als erstes Anwendung findet. Von der sogenannten Schaufensterkrankheit sind deutschlandweit etwa fünf Millionen Menschen betroffen. Sie entsteht durch fett- und kalkhaltige Ablagerungen in den Arterien des gesamten Körpers, die sich dadurch verengen und zum völligen Verschluss führen können. Etliche Betroffene wissen allerdings nicht, dass ihre Gefäße krank sind. In vielen Fällen sind die Arterien zwar schon geschädigt, verursachen aber noch keine Schmerzen. Eine regelmäßige Untersuchung ist daher umso wichtiger.

Die Arterien in unserem Körper leisten jeden Tag Schwerstarbeit. Schließlich sorgen sie dafür, dass das Blut in alle wichtigen Bereiche transportiert und mit genügend Sauerstoff versorgt wird. Bereits kleinste Verengungen behindern diesen Vorgang und können im schlimmsten Fall Raucherbein, Schlaganfall oder Herzinfarkt verursachen. „Soweit muss es natürlich nicht kommen. Eine regelmäßige Untersuchung des Blutdrucks in Armen und Beinen sorgt dafür, dass alles im Fluss bleibt“, so der Angiologe Dr. Friedrich Weber.

Messung per Doppler-Sonographie

Eine pAVK zu erkennen und deren Ausprägung sowie Schweregrad zu beurteilen, ist der wichtigste Einsatzbereich der ABI-Messung. Die Abkürzung steht für den englischen Begriff Ankle Brachial Index, übersetzt Knöchel-Arm-Index. „Durch dieses Verfahren lässt sich mit ziemlich hoher Sicherheit klären, ob Patienten unter einer Gefäßverengung leiden“, erläutert der Experte. Dazu wird der Blutdruck im Arm mit dem Blutdruck im Bereich des Fußknöchels verglichen. Der Blutdruck wird im Rahmen einer einfachen und rasch durchführbaren Doppleruntersuchung gemessen. Sobald der Druck der Manschette unter den im Gefäß bestehenden Blutdruck fällt, nimmt die Dopplersonde Signale des Blutflusses auf und macht diese als Ausschläge auf der Anzeige sichtbar. Bei Gesunden ist der systolische Blutdruck am Knöchel mindestens so hoch wie der am Arm. Ab einem Quotienten unter 0.9, das heißt, der Blutdruck am Köchel ist zehn Prozent niedriger als der am Arm, muss eine arterielle Verschlusskrankheit vermutet werden. „Zusätzlich können wir mit dieser Methode auch Rückschlüsse auf das individuelle Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall ziehen“, erklärt Weber.

Regelmäßig zur Untersuchung

Menschen, die unter Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten oder Diabetes leiden, sollten spätestens ab einem Alter von 50 Jahren zur Vorsorgeuntersuchung gehen. „Auch familiäre Vorbelastung kann ein Faktor sein“, so Weber. Daneben rät der Facharzt der Kardiologisch-Angiologischen Praxis, gefährliche Risikofaktoren wie das Rauchen abzustellen. Bestehen bereits Verengungen, bietet sich je nach Ausmaß der Erkrankung eine medikamentöse Therapie oder eine Stent-Implantation mittels Katheter an. Diese wird unter örtlicher Betäubung ohne Narkose durch einen Einstich in die Leistenarterie durchgeführt. „Das Gebiet der Diagnose und Behandlung von Gefäßerkrankungen entwickelt sich immer weiter, sodass sich in vielen Fällen operative Eingriffe vermeiden lassen“, sagt der Experte. „Wir beraten unsere Patienten umfassend und klären im intensiven Gespräch, was im Falle eines Falles zu tun ist.“

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