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12.02.2014

Bremer Ärzteteam implantiert Patientin kleinsten EKG-Rekorder der Welt

Dr. med. Arne Callenbach und Dr. med. Patrick Koppitz: Größenvergleich des neuen Mini-EKG-Systems mit  einem 1-Euro-Stück

© Verlag RIECK GmbH & Co. KG 2002-2010 – Dieses Foto ist urheberrechtlich geschützt; Erscheinungstag: 12.02.2014

 

Am Klinikum Delmenhorst fand gestern Morgen ein ganz besonderer Eingriff statt. Als eine der ersten Ärzte in Deutschland implantierte Dr. Patrick Koppitz, Kardiologe in der Kardiologisch-Angiologischen Praxis am Herzzentrum in Bremen, erfolgreich einen Mini-Herz-Monitor. „Wie erwartet, verlief der kurze Eingriff ohne Komplikationen“, sagt Koppitz bei der eigens einberufenen Pressekonferenz. „Es handelt sich bei dem implantierten Gerät um ein Mini-EKG-System, das durchgehend Informationen zur Herzfunktion aufzeichnet und zeitgleich übermittelt.“ Besonders Patienten, die unter Herzrhythmusstörungen leiden und bei denen ein unklarer kardiologischer Befund vorliegt, profitieren vom Verfahren.

Herzrasen, Panikattacken, Schwindel und spontane Bewusstlosigkeit: Hierbei handelt es sich nur um eine Auswahl an Symptomen, die Patienten mit unregelmäßigem Herzrhythmus unerwartet ereilen. „Mehrere 100.000 Menschen in Deutschland leiden unter Arrhythmien des Herzens“, unterstreicht Koppitz. „Dabei kommt es auch zu Vorhofflimmern – einer Form von Herzrhythmusstörung – bei der die Herzvorhöfe unregelmäßig kontrahieren. Als Folge gerät das Herz aus dem Takt und schlägt schnell. Wird das Vorhofflimmern nicht rechtzeitig erkannt, droht ein Schlaganfall.“

Neues Verfahren zur Diagnose

Mit dem neuen Diagnostikverfahren lassen sich Fehlfunktionen besser erkennen und dokumentieren. Dabei implantieren die Herzspezialisten das Gerät unter örtlicher Betäubung direkt unter die Haut – ein minimalinvasiver Eingriff, der gerade fünf Minuten dauert. Ähnlich einem herkömmlichen EKG, misst das knappe 3,5 Zentimeter große Gerät die Herzfunktionen und zeichnet sie gleichzeitig auf. Allerdings mit dem Unterscheid, dass dies 24 Stunden täglich und sieben Tage die Woche passiert.

Lücken- und drahtlose Informationsübermittlung

„Es gibt Fälle, in denen die Herzrhythmusstörungen selten auftreten“, beschreibt der Bremer Kardiologe das klassisches Krankheitsbild. „Beispielsweise kommen Patienten in unsere Praxis, die vielleicht zwei-dreimal  im Jahr in Ohnmacht fallen. In solchen Fällen kann es passieren, dass während der Diagnostik keine Auffälligkeiten vorliegen. Auch ein 24-Stunden-EKG kann in eine Zeit ohne Beschwerden fallen. Und genau in diesen Fällen hilft uns der Mini-Recorder, da er rund um die Uhr Informationen liefert.“ Drahtlos und kontinuierlich gelangen die Informationen in die Praxis. Insgesamt erfüllt es mein Team und mich mit Stolz, dass wir mit diesem modernen Diagnoseverfahren nun Patienten in Norddeutschland helfen können“, hält Koppitz abschließend fest.

Sehen Sie zu diesem Thema auch den SAT1 Regional Bericht vom 11.02.2014 und den NDR Bericht vom 19.02.2014

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