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08.04.2014

Nie zu spät

In den vergangenen Jahren erlangte der Nichtraucherschutz in Deutschland enorme Bedeutung. Rauchverbote in öffentlichen Gebäuden, Gaststätten oder Zügen führen seitdem zu einem Rückgang der Raucherzahlen. Nun sorgt eine aktuelle Studie des Erasmus Medical Center in Rotterdam für zusätzliche Motivation dem gefährlichen blauen Dunst zu entsagen.

Vor einigen Monaten sorgte eine neue Werbekampagne eines großen Tabakunternehmens für Schlagzeilen. Mithilfe des Leitspruchs versuchte die Marke insbesondere Jugendliche anzusprechen und offensichtliche Risiken des Rauchens zu verharmlosen. Zusammengefasst lautete das Motto: Sei kein Feigling! Dabei liegen die Risiken auf der Hand: Neben einem erhöhten Lungenkrebsrisiko setzen sich Raucher diversen anderen Gefahren aus. Hierzu gehören insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wie leicht Raucher ihr Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, verringern, beweist nun eine Meldung aus den Niederlanden. Dort fanden Ärzte anhand einer Langzeitstudie heraus, dass Nikotinverzicht auch bei Ex-Rauchern die Lebenserwartung deutlich erhöht. Grundlage bildete eine Patientengruppe, die sich zwischen 1980 und 1985 aufgrund von Engstellen der Herzkranzgefäße einem Eingriff unterzog. Diejenigen unter ihnen, die danach das Rauchen aufgaben, erhöhten damit nachweislich ihre Lebenserwartung um über zwei Jahre. Im Vergleich dazu starben die Unverbesserlichen im Schnitt 25 Monate eher.

Auch Bremer Spezialisten wie der Chefarzt der Kardiologie am Klinikum Links der Weser, Prof. Dr. Rainer Hambrecht, untersuchten ausgiebig den negativen Einfluss des Rauchens auf das Herz-Kreislauf-System. So stellt zum Beispiel die Studie „Einfluss des Nichtraucherschutzgesetzes auf die Inzidenz von ST-Hebungsinfarkten“ fest, dass die Gesundheit von Nichtrauchern deutlich von den strikteren Gesetzen profitiere.

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