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14.08.2015

Mit Pulsmessung Vorhofflimmern erkennen

Nach wie vor zählen kardiovaskuläre Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Frauen und Männer, die älter als 65 Jahre sind, an Übergewicht leiden, rauchen, einen erhöhten Cholesterinspiegel oder Bluthochdruck aufweisen, sind eher gefährdet. Oftmals erleiden Menschen einen Schlaganfall, weil sie Vorhofflimmern haben, ohne es zu wissen. Eine regelmäßige Pulsmessung hilft dabei, frühzeitig Auffälligkeiten des Herzschlages zu erkennen.

Vorhofflimmern verursacht jährlich etwa 30.000 Schlaganfälle – eine Zahl, die durch regelmäßige Pulskontrolle reduziert werden könnte. „Wer seinen Puls zumindest einmal am Tag kontrolliert und dabei Unregelmäßigkeiten feststellt, geht früh genug zum Arzt“, so Kardiologe Dr. Helmut Lange. „Findet der Hausarzt im EKG, dass es sich um Vorhofflimmern handelt, muss der Patient in der Regel gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, um das Risiko für einen Schlaganfall zu senken.“ Vorhofflimmern erkennt ein Laie daran, dass das Herz außer Takt ist, es „stolpert“ und schlägt in der Regel schneller als 100 Mal in der Minute. Ärzte nennen diese Störung auch „absolute Arrhythmie“. Das bedeutet, der Puls ist „vollkommen unregelmäßig“. Symptome wie innere Unruhe, Angstgefühle, Abgeschlagenheit, Atemnot und Leistungsbeeinträchtigungen treten oft, aber nicht immer, als Begleiterscheinungen auf. Der Facharzt rät grundsätzlich allen Männern und Frauen ab dem 65. Lebensjahr insbesondere Bluthochdruckpatienten zu Selbstmessungen des Pulses, da etwa 70 Prozent aller Patienten mit Vorhofflimmern auch unter Bluthochdruck leiden.

 

RICHTIG MESSEN

 

Den Puls per Hand zu messen, ist recht einfach und jeder kann es lernen. Wichtig ist, dass man sich zunächst für eine Minute ruhig verhält, am besten hinsetzt. Dann tastet man mit dem Zeige- und Mittelfinger die Unterarmarterie, im Volksmund auch Pulsader genannt, an der Innenseite des Handgelenks. Der Puls wird 30 Sekunden gemessen und das Ergebnis verdoppelt. Man kann aber auch 15 Sekunden lang messen und das Ergebnis mit vier multiplizieren.

Grundsätzlich gilt: Ist der Puls unregelmäßig oder liegt er in der Ruhephase bei mehr als 100 Schlägen in der Minute, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache zu klären. Eine andere Möglichkeit ist die Selbstmessung des Pulses an der Halsschlagader, die ebenfalls am besten mit dem Zeige- und Mittelfinger etwas seitlich des Adamsapfels gut tastbar ist.

 

BLUTDRUCKMESSGERÄT IMMER MIT ARRHYTHMIE-ERKENNUNG

 

Fast alle Bluthochdruckpatienten besitzen ein Blutdruckmessgerät, das den oberen (systolischen) und unteren (diastolischen) Blutdruckwert sowie die Herzfrequenz anzeigen kann. Mit diesen Geräten lässt sich aber nur dann erkennen, ob der Puls unregelmäßig ist, wenn sie über eine sogenannte Arrhythmieerkennung verfügen. Darunter versteht man ein Warnsymbol, das nur dann erscheint, wenn das Gerät erkennt, dass der Puls unregelmäßig ist. Beim Kauf eines Blutdruckmessgeräts sollte man unbedingt fragen, ob das Gerät eine Arrhythmieerkennung hat und sich erklären lassen, wo und wie eine Rhythmusstörung angezeigt wird. „Jeder Patient, der einmal Herzrhythmusstörungen gehabt hat, sollte ein solches Gerät besitzen“, rät Lange seinen Patienten.

 

 

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