Aktuelles

 
27.11.2015

Gesund Abnehmen

Übergewicht schadet dem Körper. Nicht nur Bluthochdruck, Diabetes, Gelenkprobleme, Rückenschmerzen und Atemnot sind häufiger vertreten, auch das Herz-Kreislauf-System leidet unter zu vielen Kilos. Eine amerikanische Studie beweist außerdem, dass Adipositas Vorhofflimmern begünstigt. Ein Grund mehr, den Pfunden den Kampf anzusagen. Dabei geht es nicht um Radikaldiäten, sondern um eine langfristige Umstellung, kombiniert mit Bewegung. Wir zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten es gibt und wie man sich zusätzlich motiviert.

 

Im Alter ist das Abnehmen nicht mehr so leicht wie in jungen Jahren. Die Hauptursache liegt im Grundumsatz, das ist die Menge Kalorien, die der Körper für sich im Ruhezustand braucht. Dieser nimmt über die Jahre unmerklich, aber stetig ab. Wer also nicht auf seine Ernährung achtet und zudem keinen Sport treibt, nimmt automatisch zu. Dies hat zur Folge, dass knapp 65 Prozent aller über 50-Jährigen übergewichtig sind. Wer Gelenkprobleme hat, bewegt sich außerdem eher weniger. Dabei gibt es durchaus schonende Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen: Schwimmen und Aqua-Gymnastik bieten sich gerade in den Wintermonaten an. Und auch im Fitnessstudio können die Muskeln gekräftigt und die Fettverbrennung angekurbelt werden. Wen es dennoch nach draußen zieht, der ist mit Nordic Walking gut beraten.

 

STUDIE ZU ÜBERGEWICHT UND VORHOFFLIMMERN

 

Wichtig zu wissen: „Je höher das Gewicht, desto eher trägt das Herz Schäden davon“, gibt Kardiologe Dr. Helmut Lange zu bedenken. „Der Bauchumfang bei Frauen sollte unter 88 Zentimeter und bei Männern unter 102 Zentimeter liegen.“ Den Zusammenhang zwischen Körperfett und Herzkrankheiten bestätigen auch aktuell im März beim Kongress des American College of Cardiology (ACC 2015) in San Diego vorgestellte Forschungsergebnisse. Wissenschaftler der Universität in Adelaide untersuchten in der sogenannten  LEGACY Studie fünf Jahre lang 1415 Patienten, die gelegentlich unter Vorhofflimmern litten. 355 Personen waren mit einem Body Mass Index (Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße) von mehr als 27 übergewichtig. Während der fünf Jahre bekamen alle Patienten eine gängige Therapie gegen die Herzrhythmusstörungen. Zusätzlich sollte ein Teil der Übergewichtigen ihr Gewicht reduzieren. Unterstützt wurde dies mit Diät-Tagebüchern, Tipps sowie Motivationshilfen für Sport und andere körperliche Aktivitäten. Ziel des Programms war eine Gewichtsreduktion um zehn Prozent. Nach Abschluss des Programms wurden die Teilnehmer in drei Untergruppen entsprechend ihres Diäterfolgs eingeteilt: Gruppe 1 hatte mindestens zehn Prozent abgenommen, Gruppe 2 hatte ihr Gewicht um drei bis neun Prozent reduziert und Gruppe 3 hatte weniger als drei Prozent ab- oder sogar zugenommen. Die Auswertung zeigte, dass sich die Vorhofflimmern-Symptomatik von Gruppe 1 deutlich besserte. Wer ein Zehntel seines Gewichts abnahm, hatte zudem eine um das Sechsfache höhere Wahrscheinlichkeit, die Herzrhythmusstörungen komplett los zu werden.

 

DIÄTEN UNTER DER LUPE

 

Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung in Kombination mit regelmäßiger Bewegung und Entspannung tut ganzheitlich gut. Natürlich ist die altbekannte Diät „Iss die Hälfte“ die einfachste. Für den, der dies nicht befolgen möchte, haben wir hier einige Varianten für Sie zusammengestellt.

 

ENERGIEDICHTEPRINZIP: Isst man viele Lebensmittel mit großem Volumen und wenig Kalorien, wird man satt, spart aber jede Menge Kalorien. Gemüse und Obst gehören zu den Lebensmitteln, die ganz oben auf dem Speiseplan stehen. Ebenso wie fettarme Milchprodukte und Vollkornlebensmittel. Fast Food, Süßigkeiten und die meisten Fertiggerichte sollten nur selten und in kleinen Mengen gegessen werden.

 

PALEO: Die sogenannte Steinzeitdiät orientiert sich an der Ernährung unserer Vorfahren. Viel Gemüse, hochwertige Tierprodukte und Obst stehen im Fokus. Dafür wird auf Getreide und Hülsenfrüchte, Zucker und Pflanzenfette verzichtet. Sofern ausreichend Gemüse zu sich genommen wird, führt diese Diät nicht zu Mangelernährung.

 

TRENNKOST: Die Trennkost nach Dr. Howard Hay, auch Haysche Trennkost genannt, funktioniert nach dem Prinzip der strikten Trennung von Eiweiß und Kohlehydraten. Diese Form der Ernährungsumstellung ist für den langfristigen Abnehmerfolg gedacht. Für Menschen mit Diabetes eignet sich die Trennkost nicht.

 

WEIGHT WATCHERS: Das Grundprinzip beruht darauf, nicht alleine abzunehmen und sich regelmäßig mit Gleichgesinnten in der Gruppe zu treffen. Alle Lebensmittel und Getränke sind nach Punkten eingeteilt. Jeder Kunde hat einen Richtwert an Punkten, die er verbrauchen darf. Vor allem fettarme, ballaststoffreiche und eiweißreiche Kost steht im Fokus. Besonders Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen) sind ideale fettarme und dennoch eiweißreiche Nahrungsmittel, die immer dem Fleisch und dem Käse vorzuziehen sind.

 

SANFTE LOW-CARB: Die radikale Atkins- oder Low-Carb-Diät ist nicht empfehlenswert, da es schnell zu einer einseitigen Ernährung kommen kann. Stattdessen gibt es die sanfte Variante davon, die Kohlehydrate in Maßen erlaubt, am besten zum Frühstück oder Mittagessen. Zudem steht viel Eiweiß, Gemüse und Obst auf dem Speiseplan.

 

KLEINE HELFER

 

Um die eigene Motivation, sich regelmäßig zu bewegen, noch zu steigern, gibt es sogenannte Activity Tracker – Bewegungszähler. Es gibt hier zum einen die einfache Variante, die lediglich die gelaufenen Schritte pro Tag aufzeichnet. Zum anderen gibt es Geräte, die alle fitnessrelevanten Daten wie Laufstrecken, Kalorienverbrauch, Herzschlagfrequenz oder Schlafqualität aufzeichnen. Bei der Auswahl des passenden Trackers sollte man im Vorfeld überlegen, ob beispielsweise einer für das Handgelenk oder eher ein unauffälliges Modell für die Tasche passender wäre. Und was soll es alles anzeigen? Zudem funktionieren die meisten dieser Mini-Computer per Bluetooth und App für das Smartphone, um alle Daten zu speichern. So ein Telefon sollte also auf jeden Fall vorhanden sein. Der Kauf lohnt sich natürlich nur, wenn der Tracker auch regelmäßig aktiv genutzt wird.

 

Übrigens: Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis für den häufig zu hörenden Ratschlag: „Abends am besten gar nichts mehr essen, denn das setzt ordentlich an!“ Allerdings sollte man abends möglichst wenig Kohlenhydrate zu sich nehmen, denn diese aktivieren die Ausschüttung von Insulin – und Insulin hemmt den Fettabbau. Also abends lieber ein Ei oder einen Joghurt, nicht aber Obst gegen den „späten Hunger“.

 

GEWICHTSREDUKTION PER CHIRURGIE

 

Menschen, die unter krankhafter Fettleibigkeit leiden, brauchen in den meisten Fällen neben einer Ernährungsumstellung zusätzliche Hilfe, um ihr Gewicht dauerhaft zu reduzieren und ihre Gesundheit wieder ins Lot zu bekommen. Hier kann die Bariatrische bzw. Adipositas-Chirurgie eine Lösung darstellen. Ein Magenbypass oder ein Schlauchmagen sind heute die gängigsten Optionen für Betroffene mit einem BMI ab 40 oder mit Diabetes Typ II und BMI ab 35. Beide Verfahren erfolgen minimalinvasiv, wobei vorab mit dem Arzt geklärt werden muss, welches Verfahren infrage kommt. Übergewichtige, die zudem unter Herz-Kreislaufproblemen leiden, minimieren durch die Operation das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls. Zusätzlich verbessern sich durch den Gewichtsverlust die Herzwandverdickung und die Füllungseigenschaft des Herzens. Auch der Blutdruck sinkt, der Gesamtcholesterinspiegel sowie die Blutzuckerkonzentration im nüchternen Zustand zeigen positive Veränderungen.

zurück